Kopfschmerzen: Chiropraktik vs. manuelle Therapie

Studien zur Chiropraktik #8

Die Studie “Upper cervical and upper thoracic manipulation versus mobilization and exercise in patients with cervicogenic headache: a multi-center randomized clinical trial” untersuchte, wie wirksam chiropraktische bzw. manualtherapeutische Manipulationen bei cervicogenen Kopfschmerzen sind – also Kopfschmerzen, die ihren Ursprung in der Halswirbelsäule haben. Die Studie wurde 2016 im Fachjournal BMC Musculoskeletal Disorders veröffentlicht.  

Ziel der Studie

Die ForscherInnen um DUNNING et al. wollten herausfinden, ob Manipulationen der oberen Hals- und Brustwirbelsäule wirksamer sind als Mobilisationstechniken kombiniert mit Übungen.

Studiendesign

An der multizentrischen randomisierten Studie nahmen 110 Patienten mit cervicogenen Kopfschmerzen teil. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt:

  1. Manipulation der oberen Hals- und Brustwirbelsäule
  2. Mobilisation kombiniert mit therapeutischen Übungen

Die Behandlungen erfolgten über vier Wochen mit insgesamt 6–8 Sitzungen. Bewertet wurden unter anderem:

  • Schmerzintensität
  • Häufigkeit der Kopfschmerzen
  • Dauer der Beschwerden
  • Behinderung im Alltag
  • Medikamenteneinnahme

Die Nachkontrollen erfolgten bis zu drei Monate nach Behandlungsende.  

Ergebnisse

Die Gruppe mit spinalen Manipulationen zeigte insgesamt bessere Ergebnisse als die Mobilisations-/Übungsgruppe:

  • stärkere Reduktion der Schmerzintensität
  • weniger Kopfschmerztage
  • kürzere Dauer der Beschwerden
  • geringere Einschränkungen im Alltag
  • geringerer Medikamentenkonsum

Die Verbesserungen waren nicht nur statistisch signifikant, sondern laut Autoren auch klinisch relevant. Bereits vier behandelte Patienten führten statistisch dazu, dass ein zusätzlicher Patient eine deutliche Schmerzreduktion erreichte („Number Needed to Treat“ = 4).  

Sicherheit der Behandlung

Während der Studie wurden keine schweren Nebenwirkungen wie Schlaganfälle oder dauerhafte neurologische Schäden berichtet. Die Autoren weisen außerdem darauf hin, dass schwerwiegende Komplikationen durch sorgfältige Untersuchung, das Erkennen von Kontraindikationen und eine angemessene Patientenauswahl in vielen Fällen vermeidbar sein könnten.  

Bedeutung für die Praxis

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass gezielte Manipulationen im Bereich der oberen Hals- und Brustwirbelsäule bei cervicogenen Kopfschmerzen eine wirksame Behandlungsoption darstellen können. Besonders interessant ist, dass die Manipulationsgruppe bessere Resultate erzielte als die Kombination aus Mobilisation und Übungen allein.  

Fazit für Patienten

Bei Kopfschmerzen, die durch Funktionsstörungen der Halswirbelsäule verursacht werden, kann eine gezielte chiropraktische Behandlung möglicherweise zu einer deutlichen Verbesserung beitragen. Laut dieser Studie konnten Schmerzintensität, Häufigkeit der Beschwerden und Medikamentenbedarf spürbar reduziert werden.  

Quelle

https://link.springer.com/content/pdf/10.1186/s12891-016-0912-3.pdf

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