So belastet Ihr Smartphone Ihre Halswirbelsäule!

Verneigen Sie sich auch regelmäßig vor Ihrem Smartphone oder Handy?

Nicht weiter schlimm, ihrem Alltagsbegleiter Ihre Zuneigung zu zeigen.

Nur sollte das nicht andauernd und lange geschehen!

Denn ein Organ leidet an erster Stelle besonders darunter: Ihr Nacken oder genauer: Ihre Halswirbelsäule.

Die bis dato erste Studie, die die Belastung auf die Halswirbelsäule während dem Benutzen des Smartphone untersucht hat, stammt von Kenneth Hansraj, einem Orthopäden aus New York.

Dieser hat seine Untersuchungsergebnisse im Jahre 2014 in dem renommierten Journal „Surgical Technology International“ kundgetan (Hansraj 2014):

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Oder hören Sie sich diesen Beitrag doch einfach unterwegs an. Das schont Ihre Halswirbelsäule…

Kern seiner Untersuchungen ist die Belastung des Kopfes auf die mittlere Halswirbelsäule (HWS) in verschiedengradigen, nach vorne geneigten Kopfhaltungen:

HWS-Belastung Phonenutzung

In der Neutralposition des Kopfes auf der Halswirbelsäule liegt die Belastung bei 4,5 bis 5,4 kg, etwa dem normalen Gewicht des Kopfes eines erwachsenen Menschen.

Mit beginnender Neigung des Kopfes nach vorne in eine Beugung der Halswirbelsäule nehmen diese Kräfte dramatisch zu:

  • 12,2 kg bei 15° Vorneigung
  • 18,1 kg bei 30° Vorneigung
  • 22,2 kg bei 45° Vorneigung
  • und stolze 27,2 kg bei 60° Vorneigung.

Der Grund der deutlichen Belastungszunahme, je weiter der Kopf und damit die Halswirbelsäule nach vorne geneigt wird, liegt in der Spannungszunahme der bindegewebigen Strukturen der hinteren Halswirbelsäule (insbesondere Bänder und Kapseln) und dem Anstieg der Muskelspannung der hinteren Hals- und Nackenmuskulatur.

Das diese Strukturen, wie auch die knöcherne Halswirbelsäule mit ihren kleinen Wirbelbogengelenken, leicht und bei chronischer Smartphonenutzung chronisch überlastet werden können, liegt auf der Hand – oder besser gesagt im Nacken…

Die Symptome solcher Überlastungen können sich lokal als Verspannungen bemerkbar machen, aber auch deutlich weitreichender sein (vgl. Hülse et al. 2005; Wolff 1988):

  • Kopfschmerzen
  • Augenbeschwerden
  • Sehstörungen
  • Kurzweiliges Augenzittern
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Globusgefühl im Hals / Schluckbeschwerden
  • Übelkeit

Es ist dabei wichtig zu verstehen, dass die insbesondere obere Halswirbelsäule mit den Kopfgelenken die Verbindung zw. Körper und Kopf herstellt. Dieser Bereich verfügt über zahlreiche, kleine Muskeln, Bänder und Kapseln mit einer sehr hohen Dichte an Bewegungs- und Spannungsmeldeorganen.

Dadurch ist es uns möglich, die Lage unseres Körpers im Raum im Verhältnis zum Kopf jederzeit „blind“ bestimmen zu können. Denn die eigentlichen Gleichgewichts- und Raumlageorgane liegen im Kopf, nicht im restlichen Körper!

Störungen der sehr sensiblen Kopfgelenke, z.B. durch Überlastungen aus einer häufig wiederkehrenden, schlechten Haltung, können deswegen weitreichende Folgen mit den oben erwähnten Symptomatiken hervorrufen.

Jeder, der schon einmal ein Schleudertrauma erlitten hat, kann ein Lied davon singen!

Fazit: Ich hoffe nicht, dass Sie diesen Beitrag auf Ihrem Smartphone gelesen haben. Denn die nach vorne geneigte Kopfhaltung führt zu deutlichen Belastungskräften auf Ihre Halswirbelsäule, was auf Dauer weitreichende gesundheitliche Folgen haben kann.

Tip: Der Blick auf das Smartphone sollte auf das nötigste reduziert werden! Halten Sie Ihr Smartphone dabei stets auf Augenhöhe, damit Ihr Kopf und damit auch die Halswirbelsäule in einer Neutralposition ausgerichtet sind. Auch wenn es sich ein wenig ungewöhnlich anfühlt… Ein dicker Hals gehört der Vergangenheit an!

 

Bleiben Sie in Bewegung! Ihr Christof Otte

 

Haben Sie Fragen zu diesem Thema oder selber schon Beschwerden aufgrund der chronischen Nutzung mobiler Medien? Hinterlassen Sie Ihre Nachricht in dem Kommentarfeld unten, ich melde mich bei Ihnen!

 

Quellen

Hansraj, K.-K. (2014) Assessment of Stresses in the Cervical Spine Caused by Posture and Position of the Head. In: Surgical Technology International (25), S. 277-279.

Hülse, M. et al. (Hrsg.) (2005) Die obere Halswirbelsäule. Springer Heidelberg.

Wolff, H.-D. (Hrsg.) (1988) Die Sonderstellung des Kopfgelenkbereichs. Springer Heidelberg.

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